fatty_fingerprints_201813.09.2018 | Im Rahmen der einmal jährlich stattfindenden MINT-Labortage an der Fachhochschule Fulda begab sich der Leistungskurs Chemie der Rabanus-Maurus-Schule auf eine geheimnisvolle und chemische Spurensuche innerhalb der Lebensmittelchemie. FOOD FRAUD, was so viel heißt wie Lebensmittelfälschung, war das Thema des diesjährigen Labortages im Fachbereich Ökotrophologie der Fachhochschule, bei dem die 16 Jungforscherinnen und -forscher des Chemie-LKs gemeinsam mit Frau Pfeifer und Herrn Bellinger durch chemisch-analytische Methoden gepanschtes Olivenöl untersuchten.

Lebensmittelverfälschung durch Zugabe einer preisgünstigeren Substanz zu diesem Lebensmittel erhöht den damit erzielten Profit und kann den Produzenten zu wirtschaftlichen Vorteilen verhelfen. Einige Lebensmittel sind dabei besonders betroffen, nämlich solche, für die der Endverbraucher bereit ist hohe Preise zu zahlen.
Produkte werden gestreckt oder die Inhaltsstoffe falsch deklariert. Zu den besonders betroffenen Produkten zählen u.a. Fleisch, pflanzliche Öle, Weine, Kaffee, Tee und Gewürze.
Vor diesem Hintergrund war es nun die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler einen Food Fraud an Olivenöl nachzuweisen.
Nach einer kurzen Einführung in die chemischen Grundlagen der Fett-Chemie ging es ins Labor, indem die Schülerinnen und Schüler zunächst einmal das relativ reaktionsträge und schlecht zu analysierende Öl aufarbeiten mussten. Denn: Olivenöl muss zunächst in seine chemischen Bestandteile zerlegt werden, bevor es analysiert werden kann. Im Anschluss an die Probenaufbereitung konnten dann die Moleküle des Öls in die voll automatischen Analyseapparaturen eingebracht werden.
Ein wahres Highlight des Tages war neben der chemischen Analyse eine kriterienorientierte sensorische Verkostung verschiedener Öle. Durch großen (Wissens)-Hunger angetrieben, machte es den Schülerinnen und Schülern sichtlich Spaß die unterschiedlichen Öle, darunter reine, hochwertige Pflanzenöle aber auch gestreckte Mischungen, zusammen mit Weißbrothäppchen zu verkosten, hinsichtlich Ihres Geruchs und Geschmacks einzuordnen und so in den Alltag eines ausgebildeten Sensorikers einzutauchen. Schnell wurde klar, dass es ohne eine entsprechende sensorische Ausbildung und Erfahrung kaum möglich ist, die gestreckten Lebensmittel von den reinen Produkten zu unterscheiden.
Nach der Verkostung wurden die zuvor gemachten chemischen Untersuchungen dann mathemaisch ausgewertet, besprochen und bei einem deftigen Mittagessen in der Mensa der FH verdaut.

C. Bellinger u. L. Pfeifer