Allgemeiner Gegenstandsbereich der Fächer des Fachbereichs II sind Fragen und Herausforderungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens von Menschen. Die beteiligten Fächer setzen sich mit dieser Thematik jeweils unter ihren fachspezifischen Perspektiven auseinander: in Geschichte unter der Perspektive von Zeitlichkeit sowie von Kontinuität und Veränderung  in der Zeit, in Erdkunde insbesondere unter der Perspektive von Raum, räumlicher Veränderung und damit verbundenen gesellschaftlichen Entwicklungen, in Politik und Wirtschaft unter der Perspektive von Entscheidung und Gestaltung, in Religion unter der Perspektive des Glaubens sowie in den Fächern Ethik und Philosophie unter der Perspektive von moralischen Fragen, die in einer immer komplizierteren Welt Orientierung geben können.
Die Lernenden nehmen in der Auseinandersetzung mit konkreten Themen im Unterricht diese fachlichen Sichtweisen ein. Dabei erfassen sie die fachlichen Unterschiede, erkennen aber auch das Potential der wechselseitigen Ergänzungen. Damit werden den Schülerinnen und Schülern multiperspektivische Zugänge zum Verstehen und Beurteilen gesellschaftlicher Fragen und Probleme vermittelt.
Die in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern zu erwerbenden Kompetenzen stehen dabei in einem unmittelbaren Ergänzungsverhältnis zueinander. Sie ermöglichen es den Lernenden:

  • Fragen und Probleme des gesellschaftlichen Zusammenlebens aus verschiedenen fachlichen Perspektiven zu analysieren (Analysekompetenzen),
  • in der Auseinandersetzung mit diesen Fragen und Problemen zu eigenständigen, argumentativ begründeten Sach- und Werturteilen zu kommen und diese auf das eigene Weltverständnis zu beziehen (Urteils- und Orientierungskompetenzen),
  • auf der Basis der eigenen Sach- und Werturteile Möglichkeiten gesellschaftlicher Partizipation zu nutzen und Entscheidungen zu treffen (Handlungskompetenzen),
  • Quellen und Medien fachgerecht zu nutzen, eigene Interessen im Lernfeld aktiv zu verfolgen, sich selbstständig zu fachlichen Fragen zu informieren sowie eigene Urteile öffentlich vertreten zu können (methodische und kommunikative Kompetenzen).

Die Notwendigkeit einer an Normen orientierten Werteerziehung - und damit nach einer gemeinsamen Basis im Zusammenleben – ist aufgrund des gesellschaftlichen Wandels im 21. Jahrhundert stark gewachsen.
In diesem Zusammenhang bezieht sich unsere Schule auf die christlich-abendländische Kultur auf der Grundlage einer pluralen, rechtsstaatlich und demokratisch verfassten Gesellschaft. In dieser Tradition wird der Würde und der Freiheit des Menschen ein besonderer Stellenwert eingeräumt. Auch im Kontext der Erziehung hat sich zu bewähren, dass jeder Mensch eine Würde hat, die das Zusammenleben positiv gestaltet und beeinflusst. Hier muss Platz bleiben für eine in ihren Fehlern und ihrer Verletzlichkeit erfassbare Welt, die Raum für Entwicklung und Gestaltung lässt, für Individualität und Originalität.