DS_Kiel-1211.7.2019 | Am 16. und 17.06.2019 führte der DS-Kurs der Q2 unter Leitung von Frau Ludwig ihr Stück „Lysistrata – Was Frauen wollen, die Männer stehen stramm“ nach Aristophanes in der Aula der Schule auf. Aristophanes` „Lysistrata“ ist die älteste uns überlieferte griechische Komödie, vermutlich auch die erste, in der eine Frau die Hauptfigur ist und weitere Frauen in wichtigen Rollen zu sehen sind. Typisch für die griechische Tragödie sind sogenannte Stilbrüche, d.h. der Zuschauer wird sowohl mit gehobenen Redeweisen als auch mit derben Obszönitäten konfrontiert.
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Für ihr Stück zogen die Kursteilnehmer die Übersetzungen von Niklas Holzberg und Erich Fried heran. Lysistratas Prolog lehnte sich dabei – abgesehen von ein paar Aktualisierungen – an die Übersetzung von Erich Fried an, die übrigen Szenen haben die Schülerinnen und Schüler selbst entwickelt und geschrieben.
Der DS-Kurs der Q1 von Frau Kiel präsentierte das Ergebnis seiner Kursarbeit in der letzten Schulwoche. Am 25. und 27.06. 2019 zeigten die Schülerinnen und Schüler im Kulturkeller der Schule ihre mit dem Titel „So NAH wie FERN“ umschriebene Version von Schillers „Kabale und Liebe“. Nach einer anfänglichen „Strichfassung“ des Originaltextes wurden die Szenen weitestgehend neu interpretiert und mithilfe verschiedener theatraler und postdramatischer Mittel auf die Bühne gebracht. Die Inszenierung spielte darüber hinaus stark mit chorischen und rhythmischen Elementen. Intention der Kursteilnehmer war es, dass die Zuschauer nicht nur die reine Handlung beobachten, sondern auch selbst zum Nachdenken angeregt werden. Den Spielerinnen und Spielern waren keine festen Rollen zugeteilt, die verschiedenen Charaktere wurden durch bestimmte Accessoires gekennzeichnet. Durch Rollensplitting war es deshalb möglich, in manchen Szenen auch Mehrfachbesetzungen zu nutzen bzw. die Rollen untereinander im Verlauf des Stückes zu tauschen. Anders als in Schillers Stück wollten die Kursteilnehmer auf die bestimmten Bezeichnungen der Charaktere verzichten (Adelstitel u.a.), um die Intention allgemeiner zu fassen und einen größeren Interpretationsspielraum zuzulassen. Jeder Zuschauer hatte so die Möglichkeit, vielleicht auch eigene Erfahrungen mit in die Inszenierung einfließen zu lassen und so (s)eine „eigene“ Geschichte zu sehen.
In den vier Aufführungen zeigten die Spielerinnen und Spieler beider Kurse nicht nur ihr Können vor einem breiten Publikum und wurden dafür mit starkem Applaus belohnt, sondern machten auch auf eindrucksvolle Weise deutlich, wie vielfältig und auch unterschiedlich Theater sein kann.

Barbara Kiel