Ein funktionierendes demokratisches System lebt vom Austausch und dem fairen Streitgespräch. Unter dem passenden Motto „Demokratie sucht Mitstreiter!“ fand am Montag, dem 09.02., das diesjährige Regionalfinale des bundesweiten Wettbewerbs Jugend debattiert in Fulda statt. Im festlichen Ambiente des Marmorsaals im Stadtschloss stellten Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II von sieben teilnehmenden Schulen eindrucksvoll unter Beweis, dass sie die Kunst des Redewettstreits beherrschen.
Regionalkoordinator Robert Nickel eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Teilnehmer sowie die zahlreich erschienenen Gäste. Ein besonderer Gruß galt dem Kunsthistoriker und Verleger Michael Imhof, der sich in der Vergangenheit maßgeblich für die Etablierung des Wettbewerbs in der Region Fulda eingesetzt hat. Nach einer kurzen Einführung in die strengen Debattenregeln starteten die Teilnehmer ohne Umschweife in die Vorstellungsrunden und die ersten hitzigen Wortgefechte.
In der Altersgruppe der Klassen 8 bis 10 wurde zunächst über eine verpflichtende Tierkrankenversicherung für Haustierhalter debattiert. Die Pro- und Kontraseiten glänzten hierbei mit fundiertem Fachwissen und Faktenreichtum.
Besonders zukunftsorientiert wurde es in der zweiten Runde, in der Karla Santek vom Domgymnasium an den Start ging: Die Frage, ob Künstliche Intelligenz (KI) als Hilfsmittel in schriftlichen Prüfungen zugelassen werden sollte, sorgte für eine tiefgehende Auseinandersetzung darüber, wie sich KI im Vergleich zu klassischen Hilfsmitteln einordnet. Als Sieger der Altersklasse I (Sek. I) gingen hervor: Vincent Miller (Freiherr-vom-Stein-Schule), Nelio Vetter (Heinrich von Bira-Schule) und Merle Kökgiran (Winfriedschule). Alle drei konnten sich damit für das Nordhessenfinale am 10.03. in Wetzlar qualifizieren. Karla Santek hat bei ihrer ersten Teilnahme bei Jugend debattiert ebenfalls einen guten Eindruck gemacht und sich achtbar geschlagen, auch wenn es am Ende nicht ganz für ein Ticket fürs Nordhessenfinale gereicht hat.


Im zweiten Teil des Regionalfinales widmeten sich die Schülerinnen und Schüler der Altersgruppe II (Sek. II), zu denen auch Emilia Mönnich (Q1) und Mohamad Saeed Almousa (E1b) vom Domgymnasium gehörten, hochaktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragestellungen. Diskutiert wurde unter anderem die staatliche Förderung von Lokalzeitungen sowie ein mögliches Verbot von „Jetzt kaufen – später zahlen“-Bezahlmodellen (Buy now, pay later). Die Wortbeiträge zeugten von einer intensiven Vorbereitung und einem bemerkenswert hohen argumentativen Niveau. Emilia Mönnich (Domgymnasium)und Klara Wirker (Freiherr-vom-Stein-Schule) bekamen in ihren Debatten jeweils den ersten Platz zugesprochen und konnten sich als Sieger der Altersgruppe II (Sek. II) damit ebenfalls für das Nordhessenfinale qualifizieren. Dort werden sie die Region Fulda repräsentieren und gegen die besten Debattanten Nordhessens antreten, um sich – im besten Fall – noch für das Landesfinale in Wiesbaden zu qualifizieren. Bis dahin heißt es: Weiter trainieren, Argumente schärfen und die rhetorische Form perfektionieren.
Wir danken allen drei Debattanten des Domgymnasiums für ihren engagierten Auftritt. Ihr habt unsere Schule würdig vertreten. Ein weiterer Dank geht an die Mitglieder der Debattier-AG, die unsere Teilnehmer am Regionalfinale moralisch unterstützt haben. Darüber hinaus gratulieren wir Emilia zu ihrem Erfolg und wünschen für die Teilnahme am Nordhessenfinale alles Gute!
Barbara Kiel