3. Platz für Teamgeist und Innovationskraft
Eine aufregende, abenteuerliche und zugleich äußerst erfolgreiche Reise liegt hinter uns. Nach unserer Rückkehr vom FIRST LEGO League (FLL) Korea Open Invitational 2026 blicken wir nicht nur auf starke Wettbewerbsergebnisse zurück, sondern auch auf unvergessliche Begegnungen mit jungen Technikbegeisterten aus aller Welt.
Vom 3. bis 5. Juli trafen sich in Jeonju, rund zwei Stunden südlich von Südkoreas Hauptstadt Seoul, 44 Teams aus mehr als 30 Nationen, um ihre Roboter, Forschungsprojekte und kreativen Ideen auf internationaler Bühne zu präsentieren. Die FIRST LEGO League zählt zu den weltweit größten Robotik- und Wissenschaftswettbewerben für Kinder und Jugendliche. Neben technischen Fähigkeiten stehen dabei vor allem Teamgeist, Kreativität und die sogenannten FIRST Core Values im Mittelpunkt.
Diese Werte haben auch unsere erste FLL-Saison geprägt. Für unser Challenge-Team, dem seit September 2025 Mia Gesang, Benedikt Naujoks, Tim Herbert, Felix Hohmann und Henry Müller angehören, entwickelte sich das Projekt innerhalb weniger Monate zu einer echten Erfolgsgeschichte. Mit dem Regionalsieg in Fulda, einer starken Leistung beim Qualifikationsentscheid in Siegen und dem Sieg im Robot-Game beim D-A-CH-Finale in Leipzig qualifizierten wir uns als einziges hessisches Team und eines von nur drei deutschen Teams für das internationale Event in Korea.
Noch kurz vor der Abreise präsentierten wir unser Projekt beim Hessentag in den KI-Welten und nutzten die Gelegenheit, unter anderem mit Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus und Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld über die Förderung des MINT-Nachwuchses ins Gespräch zu kommen. Danach richtete sich unser Blick vollständig auf Korea.
Bereits einige Tage vor dem Wettbewerb reisten wir gemeinsam mit unserem Coach Daniel Rausch und unserer „Crew“ – Eltern und Geschwistern – nach Südkorea, um uns an Klima und Zeitverschiebung zu gewöhnen. Die Tage in Seoul boten zahlreiche kulturelle Höhepunkte: vom koreanischen Barbecue über den Namsan Seoul Tower mit seinem beeindruckenden Blick auf die Millionenmetropole bis hin zum Besuch des Gyeongbokgung-Palastes und seiner traditionellen Wachablösung.









Mit diesen Eindrücken im Gepäck ging es Anfang Juli weiter nach Jeonju. Die Stadt gilt als kulturelles Zentrum Südkoreas und begrüßte die teilnehmenden Teams mit einer feierlichen Eröffnungsveranstaltung, einer beeindruckenden Taekwondo-Show und einem gemeinsamen Team-Event auf dem Nambu-Markt. Auch außerhalb des Wettbewerbs konnten wir die koreanische Kultur intensiv erleben – etwa bei der Erkundung des historischen Hanok Villages, beim Probieren von Bibimbap oder beim Besuch des farbenfrohen Street-Food-Night-Markets.
Das Event begann am 3. Juli mit dem Aufbau der Teamstände in der sogenannten Pit Area, dem Herzstück des internationalen Austauschs. Hier präsentierten die Teams ihre Technologien, Forschungsprojekte und Heimatregionen. Schnell entwickelte sich die Halle zu einem Treffpunkt für spontane Gespräche, gemeinsame Aktionen und neue Freundschaften. Zwischen Robotik, Flaggen, Pins und Team-Shirts entstand eine einzigartige Festivalatmosphäre, in der immer wieder gemeinsam getanzt, gelacht und gefeiert wurde.
Wettbewerbstechnisch standen wir durchaus vor einigen Herausforderungen. In der Kategorie Robot-Game, bei der uns selbst gebauter autonomer Roboter innerhalb von 2,5 Minuten möglichst viele vorgegebene Aufgaben lösen muss, blieb durch unsere sehr frühen Startzeiten nur wenig Zeit für zusätzliche Tests. Hinzu kamen kurze Wechselzeiten zwischen den Robot-Game-Läufen und den Jury-Präsentationen sowie sprachliche Hürden bei einzelnen Jury-Mitgliedern. Trotzdem gelang es uns, konzentriert zu bleiben und unsere Stärken zu zeigen.
Unsere drei Wertungsläufe brachten 480, 415 und 485 Punkte bei einer maximalen Punktzahl von 545 Punkten. Damit erreichten wir einen starken 14. Platz unter 44 Teams aus mehr als 30 Nationen.
Besonders stolz sind wir jedoch auf unser Ergebnis in einer Kategorie, die den Geist der FIRST LEGO League wie keine andere verkörpert. Bei den Core Values – also den Grundwerten rund um Teamarbeit, Respekt, Begeisterung und Fairness – wurden wir mit dem 3. Platz ausgezeichnet. Diese Wertung berücksichtigt auch Aspekte unserer Forschungs- und Robot-Design-Präsentationen. Die Jury hob in ihrer Laudatio besonders unseren außergewöhnlichen Enthusiasmus, unser starkes Teamwork und die Bereitschaft hervor, unsere Technikbegeisterung mit anderen Teams zu teilen.









Wie nachhaltig dieser Teamgeist wirkte, zeigte sich auch abseits der offiziellen Wertungen. Für besonderes Interesse sorgten unsere technischen Lösungen im Robot-Design. Ein dänischer Teamkollege zeigte sich davon so beeindruckt, dass ihm fast die Worte fehlten: „This is so impressive – it’s without words!“ Als Zeichen der Verbundenheit haben wir schließlich unsere Konstruktions- und Entwicklungsideen mit den dänischen Robotikfreunden geteilt. Für uns war dies gelebte internationale Zusammenarbeit – genau im Sinne der FIRST LEGO League.
Die Reise nach Südkorea war für uns weit mehr als nur ein Wettbewerb. Sie verband technische Weiterentwicklung, internationale Begegnungen und Erfahrungen, die weit über Robotik hinausreichen. Die Eindrücke aus Jeonju, die Freundschaften zu Teams aus aller Welt und die gemeinsamen Erfolge werden uns noch lange begleiten.
Auch wenn 1337.exe in dieser Besetzung altersbedingt nicht mehr in der FIRST LEGO League antreten wird, endet unsere Geschichte damit nicht. Mehrere Teammitglieder möchten ihre Erfahrungen künftig als Coaches neuer Teams am Domgymnasium oder als Volunteers bei FIRST LEGO League-Wettbewerben weitergeben und so selbst junge Menschen für Technik, Forschung und Teamarbeit begeistern.
Möglich wurde dieses Abenteuer durch die Unterstützung vieler regionaler Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich bei HKS, JUMO, Hubtex, Tech Hub Region Fulda, Drimalski & Partner, FFT, Jass, Smart City Eichenzell, Beckhoff, der Ewald-Vollmer-Stiftung, der Hochschule Fulda und dem Domgymnasium sowie bei allen weiteren Förderern. Sie haben dazu beigetragen, dass aus einem Schulprojekt eine internationale Erfolgsgeschichte wurde.
Die Erinnerungen an Korea werden bleiben – und ebenso unsere Motivation, auch künftig weitere Schülerinnen und Schüler des Domgymnasiums für Technik, Innovation und Zusammenarbeit zu begeistern.
P. Naujoks