Auftrittscoaching für Schülerinnen und Schüler der Q3 stärkt Selbstvertrauen für Präsentationen und mündliche Prüfungen

Vor einer Gruppe zu sprechen, eine Präsentation zu halten oder in einer mündlichen Prüfung überzeugend aufzutreten – für viele Schülerinnen und Schüler sind solche Situationen eine besondere Herausforderung. Dabei reicht fachliches Wissen allein oft nicht aus: Entscheidend ist auch, dieses Wissen sicher, präsent und überzeugend zu vermitteln.

Genau hier setzte das Auftrittscoaching an, das am 07.09. in der Aula der Rabanus-Maurus-Schule in Fulda stattfand. Eingeladen waren Schülerinnen und Schüler der Q3. Neben Jugendlichen der Rabanus-Maurus-Schule nahmen auch Schülerinnen und Schüler der Winfriedschule und der Freiherr-vom-Stein-Schule an dem angebotenen Workshop teil.

Unter der Leitung von Dr. Timo Nolle, Erziehungswissenschaftler und systemischer Therapeut, beschäftigten sich die Jugendlichen intensiv mit der Psychodynamik eines Auftritts. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, was während eines Auftritts innerlich und äußerlich passiert und wie die eigene Wirkung bewusst beeinflusst werden kann.

Ein wichtiger Bestandteil des Workshops waren praktische Übungen. Die Schülerinnen und Schüler lernten beispielsweise den sogenannten „Sweet Spot“ kennen – als einen optimalen Standort im Raum, von dem aus ein Redner die maximale Aufmerksamkeit und Wirkung beim Publikum erzielt. Übungen zur bewussten Atmung zeigten Möglichkeiten auf, in aufregenden Situationen zur Ruhe zu kommen und die eigene Anspannung zu regulieren.

Auch die eigene Stimme wurde als wichtiges Instrument eines gelungenen Auftritts in den Blick genommen. Die Jugendlichen konnten ausprobieren, wie Stimme, Lautstärke, Sprechweise und Haltung die Wirkung einer Aussage verändern. Darüber hinaus ging es um die Präsenz im Raum: Wie nehme ich Raum ein? Wie richte ich meine Aufmerksamkeit auf mein Publikum? Und wie kann ich auch nonverbal Sicherheit und Kompetenz ausstrahlen?

In diesem Zusammenhang wurden auch die Begriffe „hoher Status“ und „tiefer Status“ erläutert. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie sich unterschiedliche Haltungen und Verhaltensweisen auf die eigene Wirkung und auf die Dynamik zwischen Vortragenden und Publikum auswirken können.

Besonders wertvoll waren die Übungen zum Kompetenzbewusstsein. Dabei ging es darum, sich der eigenen Fähigkeiten bewusst zu werden und auch in herausfordernden Situationen auf das bereits vorhandene Wissen und Können zurückzugreifen. Denn wer sich seiner eigenen Kompetenzen bewusst ist, kann dieses Vertrauen auch nach außen vermitteln.

Das Auftrittscoaching verband fachliche Impulse, psychologisches Hintergrundwissen und praktische Übungen. Die Schülerinnen und Schüler konnten verschiedene Techniken unmittelbar ausprobieren, ihre Wirkung erleben und das eigene Auftreten reflektieren. So erhielten sie konkrete Werkzeuge, um auch mit Nervosität und Anspannung besser umzugehen und bei zukünftigen Präsentationen und mündlichen Prüfungen sicherer aufzutreten. Sicheres Auftreten ist keine Frage des Talents. Es lässt sich lernen, trainieren und weiterentwickeln. Das Auftrittscoaching gab den Jugendlichen wertvolle Impulse für die bevorstehenden schulischen Herausforderungen.

Der Workshop war eine Veranstaltung des Staatlichen Schulamts im Rahmen der Begabungsförderung unter der Leitung von Luise Biedermann (Schulpsychologin) und Anna Bott (Regionalkoordinatorin für das Hessische Innovationsnetzwerk für Begabungsförderung).

Anna Bott

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