Es gibt Tage, da sitzt man nur im Unterricht und zählt die Minuten, bis der Tag rum ist. Und dann gibt es solche Tage, an denen man mit dem Französischkurs nach Gelnhausen fährt, um einen französischen Film im Kino zu schauen und danach gemeinsam Flammkuchen essen zu gehen.

Los ging es mit der Bimmelbahn. Die Zeit vertrieben wir uns mit Kartenspielen und Gesprächen und so hat es nicht lang gedauert, bis wir in Gelnhausen ankamen.

Dort erwartete uns die eigentliche Überraschung: Statt in einem hochmodernen Kino zu landen, kamen wir in einen niedlichen, altmodischen, mit Stoff verkleideten Saal.

Dann lief der Film « Les Musiciens ». Und ja, auf Französisch.

Die ersten Minuten waren für uns alle eine Umgewöhnung. Das Gehirn braucht kurz, um von « Bonjour, ça va ? » auf „echtes Sprechtempo von Muttersprachlern“ umzuschalten.

Der Film war schön gemacht mit toller Musik und hat bewiesen, dass wir das Alltagsfranzösisch doch schon besser verstehen können, als man so denkt; auf feine Details kommt es schlussendlich nicht an.

Da der Film hervorragend zu unserem derzeitigen Thema « Le monde du travail » (für alle Nicht-Franzosen: „die Arbeitswelt“) gepasst hat, haben wir dem Film hinterher natürlich noch mehrere Stunden gewidmet, in denen wir diesen von vorne bis hinten analysiert, interpretiert und heiß diskutiert haben. (Zum Schluss war dann doch jeder einverstanden, dass „George“ ein kleines Ego-Problemchen hatte. J)

Nach dem Film ging es für uns auf den Marktplatz, auf dem wir, umrundet von niedlichen Fachwerkhäusern, dem Flammkuchen frönten. Die Spielkarten wurden ausgepackt und so konnten wir noch einen herrlichen letzten Sommerabend zusammen genießen.

Fazit: Ein Kinosaal, in dem man gerne öfter sitzen würde, ein Film, der sich sogar auf Französisch gelohnt hat, Flammkuchen in der Sonne und ein Kartenspiel, das den ganzen Tag überlebt hat. Alles in allem: une très belle journée.

Emma Rieder, Viktoria & Gloria von Schönfels Boineburg

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