Eine Woche mit vielfältigen Angeboten und reichlich Abwechslung

Auch in diesem Schuljahr war die Projekt- und Fahrtenwoche vor den Herbstferien wieder ein voller Erfolg und gibt einen breiten Eindruck von dem vielfältigen Angebot.

So standen unter anderem einige Reisen an: Die Tutorenkurse der Q3 begaben sich auf Abschlussfahrten nach Brüssel und Wien. Die jüngeren Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 nutzen ihre erste gemeinsame Klassenfahrt zum besseren Kennenlernen, wieder andere nahmen an einem Schüler-Austausch teil. Die Schülerinnen und Schüler der E-Phase begaben sich auf zweitägige Studienexkursionen nach Weimar und legten zudem gemeinsam das Sportabzeichen ab.

Neben den Fahrten fanden in der Projektwoche am Domgymnasium aber auch zahlreiche spannende Workshops, Exkursionen oder Tagesausflüge statt. So konnten manche Schülerinnen und Schülern sich in diesem Jahr vielfältig sportlich betätigen – das Angebot umfasste unter anderem Tischtennis, Tennis, Schwimmen, Bouldern, Fahrradfahren und Bowling – oder sich in andere Projekte einwählen. Neben den sportlichen Aktivitäten fanden v.a. Projekte im naturwissenschaftlichen Bereich reichlich Anklang in der Schülerschaft. Aber auch weitere Schwerpunkte – wie z.B. ein Ernährungs-Workshop, ein Theaterprojekt zu religiöser Verfolgung, ein Japan-Workshop, ein Projekt mit unserem Kooperationspartner Antonius, ein Workshop zu gesunder Ernährung oder ein Island-Projekt und viele weitere mehr – stießen auf großes Interesse.

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 nahmen wie in jedem Jahr an einem Erste-Hilfe-Kurs und Mathematik-Workshop teil, während für die Klassen 5 das “Lernen lernen” und ein gemeinsamer Wandertag und für die Qualifizierungsphase 1/2 die Studien- und Berufsorientierung auf dem Programm standen. Darüber hinaus gab es noch viele weitere Aktivitäten – sowohl in der Schule als auch an außerschulischen Lernorten – die hier leider nicht alle erwähnt werden können.

Um selbst einen Eindruck von den zahlreichen Aktivitäten zu bekommen, laden wir Sie/ Euch herzlich ein, die nachfolgenden Berichte zu lesen. Viel Spaß dabei! In den kommenden Wochen werden die einzelnen Rubriken durch weitere Berichte ergänzt. Es lohnt sich also, immer mal wieder reinzuschauen.

Barbara Kiel

Studienfahrten des Abiturjahrgangs

Zwischen Kultur, Waffeln und Großstadtrubel – unsere Studienfahrt nach Brüssel

Am Montagmorgen, dem 28. 09., machten sich die Tutorenkurse von Frau Bürger und Frau Brehm gemeinsam mit Herrn Elm auf den Weg nach Brüssel. Nach der Busfahrt erreichten wir schließlich die belgische Hauptstadt und bezogen unser Hostel. Viel Zeit zum Ausruhen blieb allerdings nicht, denn Brüssel wollte schließlich erkundet werden. Also ging es direkt mit einer Stadtführung los, bei der wir die ersten Sehenswürdigkeiten bestaunen konnten.

Im Laufe der Woche standen natürlich auch einige kulturelle Programmpunkte auf dem Plan. Besonders der Besuch des Europaparlaments war für viele ein Highlight. Aber auch das beeindruckende Atomium und Mini-Europe, wo wir berühmte europäische Sehenswürdigkeiten im Kleinformat entdecken konnten, durften nicht fehlen. Daneben gab es z.B. mit dem Schokoladenmuseum, dem Illusionsmuseum und dem Naturkundemuseum noch einiges mehr zu entdecken. Vor allem unser Ausflug nach Brügge bezauberte uns alle, da die Stadt wunderschön ist.

Bruessel Q3 20262

Neben dem offiziellen Programm kam auch die Freizeit nicht zu kurz. Diese nutzten wir ausgiebig, um durch Brüssel zu ziehen, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und uns mit Essen und Getränken zu versorgen. Dabei lernten wir nicht nur die belgische Hauptstadt, sondern auch die ein oder andere leckere belgische Waffel kennen. Besonders spannend war es, Brüssel als multikulturelle Stadt zu erleben, in der Menschen aus den verschiedensten Nationen zusammenkommen und man leicht mit anderen ins Gespräch kommen konnte. Auch abends wurde es in den Straßen selten ruhig, sodass wir das lebendige Stadtleben genießen konnten. Die Abende verbrachten wir häufig gemeinsam in der Stadt oder auch bei einem gemeinsamen Kinobesuch.

So vergingen die Tage in Brüssel wie im Flug. Zwischen Stadtbesichtigungen, gemeinsamen Ausflügen und freier Zeit blieb kaum Gelegenheit für Langeweile.

Bruessel Q3 2026

Am Freitag hieß es schließlich Koffer packen und Abschied von Brüssel nehmen. Nach fünf gemeinsamen Tagen machten wir uns auf den Rückweg nach Fulda.

Hinter uns lagen viele neue Eindrücke und zahlreiche lustige Momente. Die Abschlussfahrt nach Brüssel war damit nicht nur eine Gelegenheit, eine spannende Stadt kennenzulernen, sondern vor allem eine Woche, die uns als Gruppe noch enger zusammengeschweißt hat und in der wir viel gemeinsam erleben durften.

Vielen Dank an unsere beiden Tutorinnen und Herr Elm für eine unvergessliche und perfekte Abschlussfahrt!

Rebecca Veronica Tschenett & Ela Orhan (Q3-f)

Studienexkursionen der Einführungsphase

Weitere Aktivitäten, Workshops, Exkursionen und Impressionen

Drei Tage Tennis, Sonne und spannende Matches

Drei Tage lang drehte sich bei unserem Tennisprojekt alles um Schläger, Bälle, Bewegung und natürlich jede Menge Spaß. Bei bestem Wetter mit viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen konnten die Schülerinnen und Schüler von Montag bis Mittwoch auf der Tennisanlage des TCB Johannisau Fulda e.V. ihre Fähigkeiten verbessern, neue Techniken kennenlernen und sich in spannenden Spielen miteinander messen.

Treffpunkt war an allen drei Tagen bereits um 8:00 Uhr. Gespielt wurde bis 13:00 Uhr auf der überschaubaren, aber sehr schönen Tennisanlage in der Johannisau. Mit ihren vier Tennisplätzen bot sie optimale Bedingungen für unser Projekt. Für den sportlichen Einstieg sorgte jeden Morgen zunächst eine gemeinsame Aufwärmeinheit auf dem direkt angrenzenden Fußballplatz.

Montag – Die Grundlagen stehen im Mittelpunkt

Am ersten Projekttag starteten wir zunächst mit einer kurzen Einführung und teilten die Gruppe entsprechend ihren Vorerfahrungen in Anfänger und Fortgeschrittene auf. Anschließend ging es direkt auf die Tennisplätze.

Im Mittelpunkt standen zunächst die wichtigsten Grundschläge im Tennis: Vorhand und Rückhand. Die Schülerinnen und Schüler konnten dabei ihre Technik verbessern und ein Gefühl für die richtige Schlagbewegung entwickeln. Nach den Grundschlägen wurde es bereits etwas anspruchsvoller: Die Volleys am Netz standen auf dem Programm. Dabei waren vor allem Reaktionsfähigkeit, Ballgefühl und eine gute Positionierung gefragt.

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Zum Abschluss des ersten Tages konnten die Schülerinnen und Schüler das Gelernte direkt im Doppel anwenden. So wurde aus den einzelnen technischen Übungen zunehmend echtes Tennisspiel – ein gelungener Auftakt in die Projektwoche.

Dienstag – Der Aufschlag als Herausforderung

Auch am Dienstag starteten wir mit einem lockeren Aufwärmen, bevor es bei einem intensiveren Aufwärmspiel bereits richtig zur Sache ging. Anschließend stand mit dem Aufschlag von oben eine der anspruchsvollsten Techniken des Tennissports auf dem Programm.

Dabei wurde schnell deutlich, dass der Aufschlag eine besondere Herausforderung darstellt. Die richtige Bewegung von Beinen, Körper, Arm und Schläger zu koordinieren, war für viele Schülerinnen und Schüler zunächst ungewohnt. Mit zahlreichen Wiederholungen und individuellen Tipps wurde jedoch fleißig an der Technik gearbeitet.

Danach ging es in den spielerischen Teil des Tages. In Einzel- und Doppelspielen sammelten die Schülerinnen und Schüler Punkte. Nach jeder Spielrunde wurde durchgewechselt, sodass möglichst viele unterschiedliche Spielpartner und Gegner auf dem Platz standen. Ziel war es, insgesamt 15 Punkte zu erreichen. Dadurch entstand ein motivierender Wettkampf, bei dem sowohl das eigene Können als auch taktisches Geschick gefragt waren.

Mittwoch – Das große Abschlussturnier

Am dritten Projekttag wurde es schließlich ernst: Das große Abschlussturnier stand auf dem Programm. Doch bevor die ersten Matches beginnen konnten, wurde sich noch einmal intensiv vorbereitet. Nach einem Lauf-ABC auf dem Kunstrasenplatz folgte ein Fangspiel, bei dem Schnelligkeit und Aufmerksamkeit gefragt waren. Anschließend sorgte ein Reaktions- und Geschicklichkeitsspiel für die richtige Aktivierung vor dem Turnier.

Danach hieß es: Schläger in die Hand und ab auf den Platz!

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Für das große Turnier wurden die Schülerinnen und Schüler erneut in die Gruppen der Anfänger und Fortgeschrittenen eingeteilt. In zahlreichen Spielen konnten sie nun zeigen, was sie in den vergangenen Tagen gelernt und verbessert hatten. Punkte wurden gesammelt, um jeden einzelnen Ball gekämpft und mit viel Einsatz um die nächsten Siege gespielt.

Nach drei abwechslungsreichen Projekttagen lässt sich festhalten: Das Tennisprojekt bot nicht nur die Möglichkeit, Vorhand, Rückhand, Volley und Aufschlag zu trainieren. Vor allem konnten die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie viel Spaß Tennis macht, wenn aus technischen Übungen nach und nach richtige Ballwechsel und spannende Matches entstehen.

Drei Tage Sonnenschein, drei Tage Tennis und unzählige Ballwechsel – ein rundum gelungenes Tennisprojekt in der Johannisau!

Johannes Vey und Patricia Noll

Eine Mischung aus Sport und Wissensvermittlung

Workshop „Gesundes Frühstück“ und Spaß auf der Bowlingbahn

Am Montag, dem 28.09., hatten wir in den ersten zwei Stunden einen Workshop über „Gesundes Frühstück” mit Frau Stey. In diesem haben wir gelernt, auf was man bei einem gesunden Frühstück achten sollte. So sollte man möglichst Obst, Gemüse und Vollkornprodukte in die Brotdose packen und auf Lebensmittel mit Zucker sowie Süßgetränkte verzichten. Nach dem kurzen Workshop sind wir zur Bowlinghalle am Dicken Turm in Künzell gelaufen. Frau Stey und Frau Kiel haben uns begleitet. Wir hatten alle viel Spaß bei dem Ausflug und der ein oder andere Strike wurde geworfen.

Mathematik spielerisch begegnen: Besuch im Mathematikum Gießen

Unser Klassenausflug ins Mathematikum nach Gießen begann am Dienstagmorgen mit dem Treffen aller Schülerinnen und Schüler am Bahnhof in Fulda. Nach einer gemeinsamen Zugfahrt machten wir uns auf den kurzen Fußweg zu dem bekannten Mitmachmuseum. Es gab verschiedene Experimente. Besonders das Experiment mit der Riesenseifenblase und die kniffligen Holzrätsel haben uns großen Spaß gemacht. Vor allem das Bauen von eigenen Kunstwerken mit Kappla-Steinen zog viele in den Bann. So entstanden interessante Gebäude und ein großer „Bob, der Baumeister“ – komplett aus Kappla-Steinen zusammengesetzt.

MAthematikum 6e

Im Anschluss an den Museumsbesuch durften wir noch in Dreiergruppen die Gießener Innenstadt auf eigene Faust erkunden, um etwas zu essen oder zu shoppen. Am Nachmittag versammelten wir uns schließlich alle wieder für die gemeinsame Heimreise, die einen rundum gelungenen Ausflug abschloss.

„Alles rund um den Körper“

Am Mittwoch der Projektwoche hatten wir eine Stationsarbeit zum Thema Sexualerziehung mit Frau Stey. Wir wurden in sechs Gruppen eingeteilt und jeder musste sechs Stationen bearbeiten. Dabei haben wir viel über den menschlichen Körper erfahren, z.B. wie Kinder entstehen und wie eine Schwangerschaft den Körper verändert, aber auch so manches über Schönheitsideale und andere spannende Dinge rund um den Körper gelernt. Zwischendurch gab es kleine Pausen und Spiele, die den Vormittag aufgelockert haben.

Ausflug in die Boulderhalle

Am Donnerstag stand etwas sehr Aufregendes an, der Besuch in der Boulderhalle „Block Barock“. Nach einem kurzen Fußmarsch von ca. 35 Minuten kamen wir endlich an der Boulderhalle an, die sehr groß und bunt ist. Es gab neben den Kletterwänden noch vieles mehr zu entdecken: So konnte man Tischtennis oder Billard spielen, manche nutzen auch den abgegrenzten Kinderbereich für eine Partie Fußball. Das Klettern und Spielen in der Boulderhalle haben uns allen sehr viel Spaß gemacht – auch wenn manche Wände bzw. Kletterrouten schwer zu bezwingen waren. Als Frau Kiel zum Aufbruch rief, wären wir alle gerne noch länger geblieben. Insgesamt war es ein richtig cooler Ausflug in die Boulderhalle, der uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Boulderhalle 6e

Schreibwettbewerb und Klassenfrühstück

Auch der letzte Tag unserer Projektwoche war sehr schön. Die Klasse hatte ein gemeinsames Klassenfrühstück vorbereitet, zu dem jeder etwas beisteuern musste, sodass für jeden etwas Leckeres dabei war.

Wir nutzen die Zeit am letzten Schultag vor den Herbstferien aber auch, um uns unsere Gespenstergeschichten, die wir in den Deutschstunden vor der Projektwoche in einer Schreibwerkstatt verfasst hatten, vorzulesen. Alle hatten richtig tolle Geschichten geschrieben – viele waren gruselig, manche aber auch sehr witzig. Die besten drei Geschichten wurden prämiert und die Sieger erhielten Süßigkeiten von Frau Kiel. Platz 1 in unserem Geschichten-Wettbewerb erzielte die Geschichte von Jost, Emmi und Deniel.

Unser Fazit am Ende der Projektwoche:

Wir hatten eine sehr abwechslungsreiche Woche mit vielen unterschiedlichen Aktivitäten, bei denen für jeden etwas dabei war.

Finn Sawatzky, Ben-Luca Gerhard, Nando Will, Emir Tanriverdi, Patrick Agwu, Mert Akbulut und Marin Andrijasevic (alle 6e)

Projekt Japan

Zum dritten Mal hat das Projekt „Japan“ unter der Leitung von Frau Presti-Ritz in der Projektwoche der Rabanus-Maurus-Schule stattgefunden. 14 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 9 und 10 haben sich aus diversen Gründen dafür entschieden: Einige haben japanische Freunde, andere möchten selbst nach dem Schulabschluss Zeit in Japan verbringen oder interessieren sich für Anime und Manga, und schließlich sind einige von ihnen von den bahnbrechenden technologischen Innovationen, vor allem im Bereich der umweltfreundlichen Energiegewinnung, fasziniert. Sie haben schon viel Wissen mitgebracht, z. B. über die Technologie, die es erlaubt, an besonders frequentierten Straßen und Kreuzungen in den Metropolen Japans die Energie der Schritte der Fußgänger in Strom umzuwandeln.

Im Laufe des Vormittags haben die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen über die Geografie und wichtige Institutionen des Landes erweitert. Darüber hinaus haben sie erste Sätze in der japanischen Sprache gelernt und sich das Schreiben ihrer Namen im Katakana-Alphabet angeeignet. Mit den Kanji haben sie gelernt, wie man Nihon, die japanische Bezeichnung für das Land (mit der poetischen Bedeutung „Land der aufgehenden Sonne“) schreibt.

Abgerundet wurde dieser kurze, aber intensive Einblick in die japanische Kultur durch das Falten des Kranichs als traditionelles Symbol für Frieden und Glück. Alle Teilnehmer haben diese knifflige Aufgabe sehr gut gelöst.

Aurora Presti-Ritz

„Die Gedanken sind frei“ – Theaterworkshop zu religiöser Verfolgung

Was darf ich sagen, denken oder glauben? – Eine scheinbar triviale Frage in einem pluralistischen Land.

Aber wie sieht dies in einem Umfeld aus, das geprägt ist von religiöser Diskriminierung und sozialer Missgunst? – Diesen Fragen ging eine Projektgruppe bestehend aus 16 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 9 und 10 nach. Am Anfang stand dabei die inhaltliche Auseinandersetzung mit einem Phänomen, das in seiner Dramatik an die Christenverfolgung zur Zeit des Spätrömischen Reichs erinnert: In weiten Teilen der muslimischen Welt sind religiöse Minderheiten permanenter Benachteiligung ausgesetzt. Für unser Freiheitsverständnis banale Dinge des Alltags werden z.B. in Pakistan religiös aufgeladen und der christlichen Minderheit zum Verhängnis.

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So stand bereits am ersten der vier Projekttage eine der intensivsten Begegnungen an, als eine pakistanische Christin der Gruppe von ihrem und dem leidvollen Weg ihrer Glaubensgeschwister berichtete: Wer sich politische und religiöse Freiheiten herausnimmt, muss mit Verfolgung bis hin zur Ermordung rechnen. Ein besonderer Umstand hierbei ist das sog. Blasphemiegesetz, das oft missbraucht wird, um unter dem Vorwand einer Verunglimpfung des Islam bzw. des Propheten Mohammed, missliebige Menschen zu schikanieren. Nachdem die Projektteilnehmer auf diese Weise u.a. vom Schicksal Asia Bibis erfuhren, der Blasphemie vorgeworfen wurde und die 10 Jahre in Haft zubrachte, weil sie sich beim Wasserholen vorgedrängelt hätte, musste ein Format erarbeitet werden, wie auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam gemacht werden kann.

Hier kamen die Theaterpädagogin Jessica Stukenberg und ihre Tochter Mia buchstäblich ins Spiel: Sie führten in den Folgetagen die Projektgruppe an die großartigen Möglichkeiten des Theaterspielens heran, um Erfahrungen, Gefühle und Botschaften zu transportieren. Die Schülerinnen und Schüler hatten bis dahin noch keine oder erst wenig Berührung mit der Bühne gehabt. Dies änderte sich nun mit vielen spannenden, lehrreichen und oftmals witzigen Übungen, die es den Beteiligten durch Mimik, Gestik und Sprache ermöglichten, theatrale Ausdrucksformen zu finden. Diese wurden an den Folgetagen mit dem Themenkomplex religiöse Diskriminierung verknüpft. Mosaikartig konnte auf diese Weise das Handwerkszeug und die inhaltliche Tiefe für eine Performance erarbeitet werden, die am vierten Tag zur Aufführung kam: Ausgehend von kurzen Spielszenen, in denen absurde Verbote streng geahndet wurden, schlug die Rezitation entsprechender Gesetzestexte eine gedankliche Brücke nach Pakistan mit seinen Blasphemiegesetzen. In den nun folgenden drei Akten wurde zuerst die Brunnenszene nachgespielt, wonach Christen beim Anstehen nach Wasser des Vordrängelns bezichtigt werden. Hierauf folgt die Verleumdung, sie hätten Blasphemie begangen, die Verbreitung dieser Falschdarstellung in Social Media und eine propagandistische Anstachelung im religiösen Kontext. Schließlich eskaliert die Situation und der aufgepeitschte Mob greift zur Selbstjustiz und lyncht eine Gruppe von Christen. Den Schluss der Inszenierung bildete ein Loop von Standbildern zu den Menschenrechten untermalt von der Melodie des bekannten Volksliedes „Die Gedanken sind frei“. Am Ende wurde eine Mauer eingetreten, die zuvor aus Begriffen wie Hass, Vorurteile und Neid zusammengesetzt worden war.

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Frau Stukenberg und Herr Kleber erläuterten im Anschluss die Dimensionen dieser Auseinandersetzung mit religiösen Gefühlen, die oftmals zwischenmenschlich überlagert werden und somit auch in anderen kulturellen Kontexten vorkommen, bei denen durchaus auch Muslime Diskriminierung ausgesetzt sind.

Das Publikum zollte der Aufführung großen Beifall und Frau Köhler vom Bistum Fulda verwies auf die Arbeit des Hilfswerkes Missio, welches das Konzept zu diesem Theaterworkshop bereitgestellt hatte. Hinzu kam eine finanzielle Unterstützung durch den Förderverein „Wir Freunde des Domgymnasiums e.V.“. Insgesamt war es eine sehr vielschichtige Beschäftigung mit einem komplexen Thema, die für die Gruppe eine sehr lohnende Erfahrung dargestellt hat – allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön!

Christoph Kleber

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