Alaska Austausch 2018/2019 für Schülerinnen und Schüler der 6. + 7. Klassen

Liebe Schülerinnen und Schüler,

der Alaska-Austausch der Rabanus-Maurus-Schule und der Rilke-Schule in Anchorage geht in die nächste Runde. Vom 11. bis 21.6.2018 wird eine Schülergruppe aus Alaska zusammen mit ihren Lehrern zu Gast an der RMS sein. Im darauffolgenden Jahr, also voraussichtlich im Mai 2019, wird es dann für einige Schülerinnen und Schüler der jetzigen Klassen 6 und 7 die Möglichkeit geben beim Rückbesuch in Alaska dabei zu sein.
Wenn ihr Interesse habt, könnt ihr euch ab der kommenden Woche für das Austauschprojekt bewerben. Die aktualisierten Bewerbungsunterlagen werden in Kürze auf der Homepage zum Download bereitstehen. Außerdem wird es in der kommenden Woche in den Klassen 6 und 7 eine kurze Vorstellung des Projekts durch die betreuenden Lehrkräfte geben. Bitte  informiert euch vorab auch über die Website unserer Schule über den Austausch. Dort findet ihr neben ausführlichen Berichten von den letzten Begegnungen auch generelle Infos zum Alaska-Austausch.
Infos zu unserer Partnerschule in Anchorage gibt’s unter www.rilkeschule.org

gez.S. Henkel

Informationsschreiben zum Alaskaaustausch 112.66 KB 343


Die Rabanus-Maurus-Schule pflegt Kontakte zu folgender Schule in Alaska (USA):

Anchorage: Rilke-Schule

Die Rilke-Schule in der Stadt Anchorage im amerikanischen Bundesstaat Alaska nahm im Frühjahr 2010 Kontakt zu unserer Schule auf, da sie auf der Suche nach einer neuen
deutschen Partnerschule war.
Da unsere Schule an einer englischsprachigen Schulpartnerschaft interessiert war, kam es zur ersten Kontaktaufnahme. Schließlich bewarben sich beide Schulen um eine Aufnahme
in das Programm "GAPP" (German American Partnership Program) des Pädagogischen Austauschdienstes, in welches beide Schulen erfolgreich aufgenommen wurden.

Im Frühsommer 2010 besuchte uns erstmals eine 10köpfige Schülergruppe mit drei Begleitlehrkräften an unserer Schule.

Informationen über den Ort Anchorage finden Sie hier.


 Alaska-Austausch 2017

Alaska2017Im Mai haben wir, 13 Schüler und 3 Lehrer unserer Schule, uns auf eine aufregende Reise nach Alaska zu einem Schüleraustausch begeben. Um 1 Uhr Ortszeit, nach ca. 22 Stunden Reisezeit, kamen wir in Anchorage an. Unsere Partnerschule, die ,,Rilke Schule Charter School", liegt in Anchorage, der größten Stadt Alaskas. Der Austausch diente nicht nur dazu, unser Englisch zu verbessern, sondern auch dazu, den Ablauf des Tages in einer amerikanischen Schule kennenzulernen.
Bei unserer Ankunft am Flughafen erwarteten uns unsere Gastfamilien trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit in bester Laune. Nach einer ersten kurzen Begrüßung fuhren wir dann gemeinsam mit unseren Partnern zu deren Häusern, unserer Heimat für die kommenden zweieinhalb Wochen.
Dann startete das Wochenende, an dem wir mit unseren Familien vielerlei Unternehmungen machten, um uns bzw. die Eltern und Geschwister unserer Austauschpartner besser kennenzulernen, denn die Austauschpartner kannten wir ja schon von ihrem Besuch in Fulda im Jahr zuvor. Einige von uns besuchten schon am ersten Wochenende Orte wie das Anchorage Museum, den Sunday Market, Downtown Anchorage oder auch Flattop, einen Berg, der einen fantastischen Ausblick über Anchorage bietet.
Am Montag gingen wird dann den ersten Tag in die nagelneu erbaute Rilkeschule. Mit Unterrichtsbeginn wurde es auf einmal ganz ruhig in den Räumen und dann wurde von allen alaskanischen Schülern ein Text gesprochen. Es war der Schwur auf die amerikanische Flagge. Dieser Schwur wurde jeden Morgen ausgesprochen, was wir Deutsche als außergewöhnlich empfanden. Aber darin zeigt sich, dass die Amerikaner sehr stolz auf ihr Land und somit auch ihre Flagge sind. Eine weitere Besonderheit an amerikanischen Schulen allgemein ist die Tatsache, dass nicht jede Klasse ihren eigenen Klassenraum, sondern jeder Lehrer seinen eigenen Unterrichtsraum hat und es die Schülerinnen und Schüler sind, die für die verschiedenen Fächer den Raum wechseln müssen.
Unser erstes Ausflugsziel als Gruppe war dann zunächst das Alaska Native Heritage Center, denn auch über die Kultur der Ureinwohner Alaskas wollten wir gerne mehr erfahren. Wir fuhren mit einem typischen gelben Schulbus dorthin. Im Freilichtmuseum des Heritage Centers konnte man die typischen Hütten der Ureinwohner Alaskas besichtigen, in denen auch die, für das Leben in der Wildnis notwendige Ausstattung der sogenannten Natives zu sehen ist. Im Gebäude des Centers war eine Bühne, auf der Tänze der Ureinwohner von deren Nachkommen aufgeführt wurden. Die Tänze wurden fast nur mit Händen und Armen getanzt. Begleitet wurden die Tänze durch Trommelmusik, wofür die Ureinwohner bis heute Trommeln, bestehend aus Seerobbenleder, nutzen. Typische Spiele der Ureinwohner sind ebenfalls am früheren Leben und Jagen der Natives orientiert. Bei der „Robbe", bewegt man sich beispielsweise auf den Unterarmen und Zehen in Bauchlage springend fort, was einer Jagdtechnik nachempfunden ist. Bei einem weiteren Spiel setzt man sich auf den Boden, stützt sich mit einer Hand am Boden ab und stößt sich mit der anderen Hand vom Boden ab, um einen in der Luft hängenden Ball mit dem Fuß zu treffen. Auch hier geht es darum Geschicklichkeit und körperliche Fitness zu trainieren, die bei der Jagd von Vorteil waren. In Alaska leben nur noch etwa 1,600 ,,Natives", weil die weißen Siedler sie verdrängt haben. Heute hat ihnen die Regierung Reservate zugeteilt, in denen sie ungestört ihre Kultur und Traditionen leben dürfen.
In der zweiten Woche unseres Aufenthaltes fuhren wir mit den 8. Klassen der Rilkeschule zum Kenai Challenger Center. Dieses Center hält immer neue ,,Challenges", also Aufgaben für Schülergruppen bereit, um diese für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Gemeinsam mit unseren alaskanischen Partnerschülern nahmen wir an einer „Mars-Challenge“ teil und mussten Wasser und Leben auf dem Mars finden. Ein Teil der Gruppe befand sich in einer Kommandozentrale und ein anderer Teil in der „Raumkapsel“. Dort gab es verschiedene Aufgabenbereiche wie z.B. Funker, Wissenschaftler, Techniker usw. Dann wurde gewechselt, damit jeder einmal die Zentrale und die Kapsel sehen konnte.
Unser letzter Tagesausflug führte uns mit einem Kleinbus zum ,,Wildlife Conservation Center". Unser Busfahrer, Kevin, konnte ziemlich gut Deutsch und konnte uns sehr viel erzählen. Unser erster Stopp war am Beluga Point. Bei gutem Wetter hat man von dort eine gute Aussicht über den Turnagain Arm, einem Meeresarm des Pazifiks. Der Name Beluga Point kommt von einem kleinen Wal, dem Belugawal, welcher manchmal im Turnagain Arm gesichtet werden kann. An diesem Tag spielte zwar das Wetter mit, Wale sahen wir jedoch leider keine.
Wir fuhren weiter und hatten immer einen tollen Ausblick auf die Berglandschaft. In Alaska gibt es trotz des vielen Schnees nur ein einziges Skigebiet, welches aber für die wenigen Einwohner völlig ausreicht. Nach einer Pause brachte uns eine Gondel auf den Berg Mt. Alyeska (700m). Während der Fahrt hatten wir einen wunderschönen Ausblick und konnten auch zwei wilde Schwarzbären entdecken. Vom Berg war die Aussicht auf den Turnagain Arm und auch die umliegenden Berge mit ihren Gletschern atemberaubend. Später, im ,,Wildlife Conservation Center", konnten wir viele in Alaska typische Tiere in riesigen Freigehegen beobachten. Tiere, wie z.B. den Braunbär, konnten wir gut sehen, weil dieser nah am Zaun seines Geheges war. Es gab auch noch Schwarzbären, Elche und Karibus sowie Moschus-Ochsen oder Stachelschweine.
Rückblickend können wir festhalten, dass manche Dinge in Amerika dann doch völlig anders sind als hier bei uns in Deutschland. Abschließend möchte ich hier noch von einigen besonders interessanten Begebenheiten berichten: Das Essen war zwar sehr lecker, aber auf die Dauer zu süß, weil man fast alles mit Zucker aß. Es war außerdem sehr interessant in einen Supermarkt zu gehen, denn dort gab es neben ganz normalem Essen noch viele weitere Sachen zu kaufen. Es gab eine riesige Multi-Media-Abteilung, eine Zelt-Abteilung und zum Angeln gab es dort auch jegliche Ausrüstung. Am erstaunlichsten war jedoch, dass es auch eine Waffen-Abteilung gab – und das in einem Supermarkt! Das war sehr beeindruckend und wäre hier in Deutschland undenkbar.
Abschließend ist zu sagen, dass uns Alaska und seine Bewohner für immer in guter Erinnerung bleiben werden. Ein wunderschönes Land am anderen Ende der Welt und sicherlich eine Reise wert.

Josef Lachnitt

 

14 Domgymnasiasten am fast anderen Ende der Welt (2015)

Am 12. Mai 2015 machten sich die 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am zweiwöchigen Alaska-Austausch unserer Schule auf den weiten Weg ins tausende Kilometer entfernte Anchorage, Hauptstadt des nördlichsten Bundesstaats der USA. Begleitet wurde die Gruppe vom Koordinator des Projektes, StR Stefan Nüchter, sowie den Lehrkräften Marlies Neeb und Marc Andre Ziegler. Rund zehn Stunden nach dem Abflug in Frankfurt landeten die Siebt- und Achtklässler im sonnigen Anchorage, nachdem man noch eine Runde um den höchsten Berg Nordamerikas, den Denali, drehte und einen grandiosen Blick auf die schneebedeckten Hänge des über 6.000 Meter hohen mächtigen Massivs erleben durfte.
Freudig am Flughafen durch die Austauschpartner empfangen, trafen wir uns gemeinsam im provisorischen Übergangsschulgebäude der Rilkeschule (German School of Arts and Sciences), ehe alle deutschen Kinder und auch wir Kollegen zu den amerikanischen Hosts aufbrachen. Am Mittwoch erlebten die Schülerinnen und Schüler einen interessanten Tag im Campbell Creek Science Center, einer Art Freilichtmuseum, wo man Vieles über den Schutz der empfindlichen Natur, das Goldschürfen und die Bären in Alaska erfuhr. Gemeinsam mit den amerikanischen Kindern erprobte man zum Beispiel das traditionelle Fliegenfischen. Am darauf folgenden Tag arbeitete die Gruppe am eigentlichen Austausch-Projekt zur (deutschen) Emigration nach Alaska. Deutschstämmige Einwohner aus Anchorage wurden zu ihrer Motivation, Deutschland zu verlassen, und der aktuellen Lebenssituation befragt. Die Ergebnisse wurden gemeinsam ausgewertet, gesammelt und auf einer eigens eingerichteten Homepage dargelegt als auch interpretiert. Am Abend trafen sich alle Familien zu einem gemeinsamen Potluck-Dinner nahe der Schule, um sich noch besser kennen zu lernen. Über den örtlichen Anbieter Salmon Berry Tours wurde schon in Deutschland eine Adventure-Tour gebucht, die die deutschen Schülerinnen und Schüler über einen ganzen Tag die atemberaubende Natur Alaska näher brachte. Gestärkt durch eine landestypische Fischsuppe und ein großes Stück Rosinenkuchen erklomm die Reisegruppe das einzige Ski-Ressort Alaskas am Mt. Alyeska. Zum Abschluss des Tages bestaunte man in einem Wildlife Park die ersten Bären, Bisons und zahlreiche weitere Tiere. Nach einem für die Kinder ereignisreichen Wochenende ging es am Montag zum Native Heritage Center, das über die alaskischen Ureinwohner berichtete und zum aktiven Mitmachen bei den Native Olimpics einlud. Einige unserer Schüler bewiesen sich bei halsbrecherischen Disziplinen auf der Bühne. Am Dienstag besuchte man das Anchorage Museum im Herzen der rund 350.000 Einwohner zählenden Stadt. Am Nachmittag machten sich die Fuldaer Kinder samt ihrer Lehrer auf eine Fahrradtour entlang des Coastal Trails. Zu einem Overnight-Trip nach Kenai ins dortige Challenger Learning Center brachen dann alle gemeinsam am Mittwoch auf. Auf Teamarbeit kam es bei einer Mars-Landemission an, ehe man in einem zweiten Workshop funktionstüchtige Roboter baute. Nach einem kurzweiligen Abend mit Pizza und Fußball ging es für alle in ihre Schlafkojen. Das verlängerte Wochenende (am Montag war in den Staaten Memorial Day) verbrachten die Kinder wieder in ihren Familien, ehe am Dienstag schon wieder der Tag der Heimreise gekommen war. Nach einer stimmungsvollen Verabschiedung in der Sporthalle ging es zum Flughafen und mit vielen schönen und neuen Erfahrungen wieder in Richtung Fulda nach Hause.
Dokumentiert wurden der Austausch und dessen Verlauf in mehreren Reisetagebüchern auf osthessennews.de.

Marc Andre Ziegler



Schüleraustausch der Rabanus-Maurus-Schule (Domgymnasium)
mit der Rilkeschule in Anchorage, Alaska (2013)

alaska2013_1Woran denkt man, wenn man „Alaska“ hört und noch nie da war? - „Weit weg“, „Iglus und Eskimos“, „Der gefährlichste Job der Welt – Hochseefischer in Alaska“, „Goldsucher“. Manche fragen sich wohl auch, zu welchem Land das gehört – Kanada, Russland, Amerika?

Mit diesen Gedanken im Kopf erhielten wir an der Rabanus-Maurus-Schule (RMS) im Februar 2010 eine E-Mail vom Pädagogischen Austauschdienst (PAD), die uns als neue englischsprachige Partnerschule die „Rilkeschule“ in der Stadt Anchorage im amerikanischen Bundesstaat Alaska vorschlug. Da die Englisch Fachschaft der RMS auf der Suche nach einer neuen Möglichkeit eines englischsprachigen Austausches war und es zudem immer schwieriger wird, in Großbritannien Schulen zu finden, die Interesse an Partnerschaften mit deutschen Schulen eingehen wollen, wurde einer Partnerschaft zugestimmt und nach einem erfolgreichen Bewerbungsverfahren erfolgte die Aufnahme in das „GAPP“ Programm (German-American-Partnership-Program) des PAD.

Bereits drei Monate später besuchte das erste Mal eine Schülergruppe aus Anchorage das Domgymnasium. Die 10-12jährigen Schüler - von denen übrigens niemand in Iglus lebte – wohnten für drei Wochen bei Gastfamilien der damaligen Klasse 5c unter der Leitung von Frau Reitz, die, in Zusammenarbeit mit weiteren Lehrern, im Anschluss auch die Kontakte zur Rilkeschule pflegte. Nachdem sich die Fachschaft, die Gesamtkonferenz sowie die Schüler und Elternschaft des Domgymnasiums für einen längerfristigen Austausch mit der Rilkeschulen aussprachen, besuchte im Jahr 2012 erneut eine Gruppe aus Alaska das Domgymnasium. Wie auch die Gruppe in 2010, schlossen die Schüler ihrem Aufenthalt in Fulda eine fast dreiwöchige Rundreise durch Deutschland an.

Nun sollte aber endlich ein erster Gegenbesuch in Alaska erfolgen! Bereits in Vorbereitung des zweiten Besuchs der Rilkeschüler in Fulda gab es an der Rabanus-Maurus-Schule ein Ausschreibungsverfahren, bei dem sich interessierte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6-8 für den Austausch bewerben konnten. Dafür waren ein Fragebogen, ein Motivationsschreiben sowie das letzte Zeugnis einzureichen. Eine Gruppe von 21 Schülern wurde schließlich ausgewählt, die zunächst jeweils einen Gast in ihrer Familie empfingen.

alaska2013_219 dieser Schüler blieben auch im folgenden Jahr dabei und entschlossen sich, die Reise nach Alaska anzutreten. An einzelnen Terminen während des Schuljahres traf sich die Gruppe mit den begleitenden Lehrern, um die Reise vorzubereiten. Hier galt es zum einen, die vom PAD vorgeschriebenen Richtlinien wie beispielsweise Referate über die Heimatstadt vorzubereiten, sich aber auch über Land und Leute des Gastlandes zu informieren. Ein inhaltlicher Schwerpunkt war das Leben und Wirken des Georg Wilhelm Steller, ein deutscher Arzt und Naturforscher, der zu seiner Zeit maßgeblich zur Entdeckung und Erforschung des Staates beitrug und offiziell als erster Europäer gilt, der Alaska mit eigenen Füßen betreten hat. Nicht zuletzt wurden in den Vorbereitungstreffen auch die Formalitäten erledigt, die bei einer Reise in die USA doch recht umfangreich ausfielen. Mehrere Schüler verdienten sich ihr Reisebudget selber, beispielsweise durch Jobs und Aushilfsarbeiten und lernten so auch den finanziellen Wert einer solchen Reise zu schätzen.

Am 7. Mai war es dann endlich soweit; mit dem Zug ging es zum Flughafen nach Frankfurt und von dort mit dem ersten Direktflug des Jahres über den Nordpol und das Polarmeer nach Anchorage. Mit Spannung und bei vielen auch mit leichter Nervosität, begegneten die Schüler dort am Flughafen teilweise erstmals ihren Gastfamilien. Andere Schüler, die sich schon in Fulda kennengelernt hatten, fielen sich direkt in die Arme und es gab freudige Wiedersehensbegrüßungen.

Nun folgten zwei Wochen mit vollem Programm, wobei der Kontakt mit den Partnerschülern und das Anwenden der englischen Sprache in allen Situationen im Vordergrund standen. Der tägliche Schulunterricht wurde von Ausflügen in die Stadt, städtische Museen und die nähere Umgebung ergänzt. Ein thematischer Schwerpunkt war die Entstehung und die Folgen der Erdbebenkatastrophe in Anchorage an Ostern 1964, zu dem in Projekten gearbeitet wurde und zu dem am Ende eine gemeinschaftliche Präsentation der Ergebnisse stattfand. Drei Ganztagsausflüge der deutschen Gruppe in die Umgebung waren ebenso Bestandteil wie ein Rahmenprogramm an den Abenden, die von den amerikanischen Gastfamilien mit sehr viel Engagement organisiert wurden.

Die Wochenenden blieben den Schülern in ihren Gastfamilien zur freien Verfügung. Auch hier gaben sich die Familien große Mühe, den Fuldaern die beeindruckende Fauna und Flora Alaskas sowie das ganz gewöhnliche Leben einer amerikanischen Familie in dieser auf den zweiten Blick doch recht fremden Kultur näher zu bringen. Da das Leben der meisten Alaskaner hauptsächlich von der Natur geprägt ist, fanden Campingausflüge in Nationalparks statt, andere machten Schiffstouren um Wale und andere Meeresbewohner zu beobachten, einige Schüler kamen sogar in den Genuss von Rundflügen in kleinen Maschinen, die ihnen die Gletscherwelt aus der Vogelperspektive zeigte oder die sie bei einer Gletscherlandung sogar hautnah erleben durften. Manche Schüler aus Fulda lernten in der Zeit auch, dass ein Leben, das von der Natur geprägt ist, ein Land, das zu zwei Dritteln des Jahres unter Schnee bedeckt liegt, nicht immer einfach ist und in vielerlei Hinsicht rauer und in seinen Ansprüchen einfacher gestaltet ist. Dies ermöglichte einigen Schülern auch eine neue Perspektive auf den Wohlstand, den sie in ihrem eigenen Zuhause in Deutschland erfahren dürfen.

alaska2013_3Der Rückflug lief nach schwerem und teilweise tränenreichem Abschied reibungslos ab, wobei die Ankunft in Fulda aufgrund der 10stündigen Zeitverschiebung doch schwerer fiel als nach dem Hinflug, zumal direkt am Folgetag der Unterricht an der RMS wie gewohnt weiterging. Doch nach überstandener Müdigkeit und dem Wiedereinleben blieben viele Bilder und Eindrücke hängen, viel Wissen über ein Land, das vielen so weit weg und so fremd vorkommt. Heute wissen die Schüler, dass Alaska seit 1959 zu den USA gehört und wie hart das Erdbeben die Bewohner Anchorages in 1964 getroffen hat. Sie haben erfahren, dass es dort heute noch Goldsucher gibt, wie die meisten Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen und dass dort aus 35 Personen mindestens eine Person eine Pilotenlizenz besitzt. Sie haben Elche, Bären und Wale in freier Natur beobachtet und mit eigenen Augen gesehen, wie deutlich die Gletscher am Klimawandel leiden. Heute wissen sie, warum die Mülltonnen extra gesichert werden müssen und warum es sinnvoll ist, dass jeder Alaskaner einen Hund besitzt. In sprachlicher Hinsicht haben viele Schüler ihre persönliche Hemmschwelle verloren oder zumindest deutlich herabgesetzt, weil sie gemerkt haben, wie gut sie sich mit ihrem „Schulenglisch“ doch verständigen können und dass das jahrelange Vokabelpauken nicht für die Lehrer geschah, sondern dass sie sie nutzen können, um Menschen kennen zu lernen und um sich in einem fremden Land zu verständigen. Und nicht zu vergessen ist auch, dass sie nun wissen wie glücklich die Alaskaner sind, wenn im Mai endlich der Schnee zu schmelzen beginnt und der kurze aber schöne Sommer den dringend benötigten Sonnenschein mit sich bringt!

Tamara Reitz