Mit einer festlichen Feierstunde verabschiedete das Domgymnasium Fulda am 18. Juni seinen Abiturjahrgang 2026. In der festlich geschmückten Aula erhielten 95 Abiturientinnen und Abiturienten ihre Zeugnisse und wurden im Beisein von Eltern, Geschwistern und Lehrkräften offiziell aus der Schulgemeinschaft entlassen. Das diesjährige Abiturmotto „Last Abisode – 13 Jahre am Set, aber nichts im Kasten“ verlieh der Feier dabei einen ebenso humorvollen wie nachdenklichen Rahmen.

Den Auftakt bildete ein gut besuchter ökumenischer Gottesdienst in der Rabanus-Maurus-Schule mit Pater Bartek OMI und Pfarrer Jörg Scheer von der evangelischen Kirche, maßgeblich gestaltet und eingeführt von Celine Gunkel. In seiner Ansprache ermutigte Pfarrer Scheer die Absolventinnen und Absolventen, ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen (Mt 5,15), sondern ihren weiteren Lebensweg mit Zuversicht, Mut und Vertrauen zu gestalten. Im Anschluss eröffnete das Orchester des Domgymnasiums unter der Leitung von Jutta Orfgen den schulischen Festakt mit dem Walzer Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch.

Schulleiter Sven Müller begrüßte die Anwesenden und gratulierte den Absolventinnen und Absolventen zu ihrem erfolgreichen Schulabschluss. Dabei würdigte er nicht nur die hervorragenden Leistungen des Jahrgangs, sondern auch dessen Zusammenhalt und Gemeinschaftsgeist. Besonders erfreulich seien die Ergebnisse: Vierzehn Schülerinnen und Schüler erreichten Spitzenergebnisse, drei von ihnen schlossen ihre Schullaufbahn sogar mit der Traumnote 1,0 ab.

In seiner Ansprache griff Müller das Motto des Jahrgangs auf und ließ die Schulzeit der Abiturientinnen und Abiturienten als eine Art Filmserie Revue passieren. Über viele Jahre hinweg hätten sie als „Darstellerinnen und Darsteller“ im großen „Filmset Schule“ zahlreiche Herausforderungen gemeistert. Am Ende stehe jedoch nicht der Abspann und die Verleihung eines Filmpreises, sondern etwas weit Wertvolleres: das bestandene Abitur als Ergebnis jahrelanger Arbeit und persönlichen Wachstums.

Auch die weiteren Rednerinnen und Redner gratulierten den Abiturientinnen und Abiturienten. Dr. Carsten Schütz sprach für den Förderverein und ermutigte die jungen Erwachsenen, neugierig zu bleiben, selbstständig zu denken und offen für neue Erfahrungen zu sein. Die Zukunft sei nicht vorgezeichnet, sondern werde von jedem Einzelnen mitgestaltet. Michael Kayser, Vorsitzender des Schulelternbeirats, gratulierte im Namen der Eltern und dankte allen, die zum Erfolg des Jahrgangs beigetragen hatten – den Schülerinnen und Schülern ebenso wie den Lehrkräften und Familien.

Für die musikalische Gestaltung sorgten das Vokalensemble mit Simon Kubisch am Klavier zu „Forget You“ von CeeLo Green sowie die Big Band des Domgymnasiums unter der Leitung von Robert Klier mit „Don’t you worry ‘bout a thing“. Mit ihren Beiträgen verliehen sie der Feier eine festliche und zugleich beschwingte Atmosphäre. Besonders zu erwähnen sind die Absolventinnen Leonie Sommer und Martha Schwind, die mit ihren Stimmen die musikalischen Programmpunkte trugen.

Der Höhepunkt der Feier war die Überreichung der Abiturzeugnisse. Bevor die Absolventinnen und Absolventen einzeln aufgerufen wurden, griff Schulleiter Müller noch einmal ein eindrucksvolles Bild für den weiteren Lebensweg auf. Er erinnerte an den italienischen Humanisten Francesco Petrarca, der im 14. Jahrhundert die Besteigung des Mont Ventoux beschrieb. Wie ein Aufstieg auf einen Berg sei auch der Lebensweg von Höhen und Tiefen, Anstrengungen, Umwegen und Erfolgen geprägt. Das Abitur markiere dabei zwar ein bedeutendes Etappenziel, keineswegs jedoch den Endpunkt des Weges. Vielmehr eröffne sich mit dem Erreichen des Gipfels der Blick auf neue Möglichkeiten, Herausforderungen und Ziele.

Der Weg diene nur als Anlass zur Selbstprüfung und Selbstfindung im Leben. Damit sei die Ventoux-Besteigung eine Allegorie für den Menschen auf seinem Weg der Suche nach seinem Lebenssinn.

Dabei betonte Müller, dass wichtige Wege selten allein gegangen würden. So wie Petrarca gemeinsam mit seinem Bruder den Gipfel erklommen habe, seien auch Gemeinschaft, Freundschaft und gegenseitige Unterstützung entscheidende Begleiter auf dem Lebensweg. Neben äußerem Erfolg komme es vor allem darauf an, sich selbst kennenzulernen, die eigenen Fähigkeiten zu entdecken und den persönlichen Weg bewusst zu gestalten.

Anschließend erhielten die 95 Absolventinnen und Absolventen ihre Zeugnisse aus den Händen von Schulleiter Sven Müller, Studienleiterin Ina Preis sowie ihren Tutorinnen und Tutoren. Darüber hinaus wurden mehrere Schülerinnen und Schüler für herausragende Leistungen in einzelnen Fächern und Fachbereichen ausgezeichnet.

Zum Ende der Feier richteten die Schülerinnen und Schüler selbst das Wort an die Festversammlung. Schulsprecherin Emilia Mönnich überbrachte die Glückwünsche der Schülervertretung und würdigte das besondere Engagement mehrerer Mitglieder des Jahrgangs für die Schulgemeinschaft, namentlich Sophia Reinhard, Samuel Manger und Marius Kümmel.

Das traditionelle Schlusswort sprach stellvertretend für den Abiturjahrgang Marius Kümmel. Er blickte auf die gemeinsame Schulzeit zurück, die für viele bereits vor neun Jahren mit der Einschulung am Domgymnasium begonnen hatte. Nicht die Noten allein, so seine Überzeugung, würden in Erinnerung bleiben, sondern vor allem die Menschen, Begegnungen und Erfahrungen, die diese Jahre geprägt hätten. Freundschaften seien entstanden, Herausforderungen gemeinsam bewältigt und wichtige persönliche Entwicklungen angestoßen worden.

Besonderen Dank richtete er an die Lehrkräfte, Tutorinnen und Tutoren, die den Jahrgang begleitet, gefordert und unterstützt hätten. Ebenso würdigte er die Familien, die ihre Kinder über viele Jahre hinweg begleitet, ermutigt und in allen Phasen unterstützt hätten.

Zum Abschluss griff Kümmel einen Gedanken des Psychiaters und Philosophen Viktor Frankl auf. Wie ein Bildhauer einen Stein bearbeite und ihm nach und nach seine Form gebe, werde auch das Leben durch Erfahrungen, Entscheidungen und Herausforderungen gestaltet. Die Schulzeit habe dafür ein wichtiges Fundament geschaffen. Mit dem Abitur verfügten die Absolventinnen und Absolventen nun über einen stabilen Sockel, auf dem sie ihre Zukunft aufbauen könnten.

Den musikalischen Schlusspunkt setzte das Vokalensemble mit „A Whole New World“ aus dem Film Aladdin – ein passender Abschluss für einen Jahrgang, der sich von seiner Schulzeit verabschiedete und zugleich aufbrach zu neuen Horizonten. Das Abitur 2026 war damit nicht der Abspann einer langen Geschichte, sondern wurde zum Beginn eines neuen Kapitels.

Patrick Elm

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