Premiere der „DORIAN“-Inszenierung des DS-Kurses der Q2
Zu Beginn der Q1 standen wir vor einer Sisyphus-Aufgabe: Einen sperrigen Text von ca. 320 Seiten in einem Kurs von 22 Spielern, die sich untereinander noch kaum kannten, innerhalb eines halben Jahres zu inszenieren.
Unser erstes Probenwochenende brachte bereits nicht nur unser Stück voran, sondern uns als Kurs zusammen. Die Hemmungen waren gefallen, eine erste Inszenierungsidee aufgestellt und wir hatten sogar die ersten Szenen entworfen, sodass wir alle motiviert nach Hause gingen.
Nach wochenlangem Proben und langsam beginnendem Stress, den Frau Ziegler trotz mutigem Zeitplan zu besänftigen wusste, waren wir nun bereit für die Aufführung.
Am Abend des 17.03.2026, an dem die Premiere unserer Inszenierung „Dorian“ in der Aula stattfand, warteten wir gespannt darauf, die Bühne zu betreten. Nach einer Motivationsansprache, gefolgt von einem befreienden Urschrei, nahmen wir alle unsere Plätze in der mit ca. 200 Zuschauern gefüllten Aula ein und bald darauf erklangen die ersten Töne von „Me and the devil“, deren Choreografie zum Thema “Verführung” einen Vorgeschmack auf unsere Inszenierungsidee gab. In den Fokus des Stückes stellten wir einen charmanten, dennoch manipulativen, gar teuflischen Lord Henry und seine Auswirkung auf die Seele des reinen, hübschen Dorian Grays, der sich ohne jeglichen Widerstand (ver)formen ließ. In 12 Szenen zeigten wir, wie Dorian unter den Augen der Gesellschaft trotz seiner Anpassungen an Lord Henrys Vorstellungen austauschbar wurde.








Im Hintergrund, zu aller Zeit für das Publikumsichtbar, ließ sich Dorians moralischer und seelischer Zerfall mithilfe von roter Farbe und Scheren an zwei lebendigen Bildnissen beobachten – eine erschreckende Darstellung, von der man jedoch nicht wegschauen konnte.
Nach der gelungenen Aufführung, die mit mächtigem Beifall und Standing Ovations gewürdigt wurde, übergab Frau Ziegler jedem einzelnen von uns eine Rose – eine Geste, die uns alle berührte und in der das gemeinsame Hinfiebern auf die Premiere unseres Theaterstücks gipfelte.
Alle von uns waren überglücklich und stolz auf das gemeinsame Kunstwerk, das für uns alle eine unglaublich bereichernde Erfahrung ist. Unsere Euphorie begleitete uns noch Tage später und war – gemeinsam mit ein paar rot-lackierten Fingernägeln und einem breiten Grinsen – ein Beweis dafür, dass wir noch vor ein paar Tagen andere Personen verkörperten.
Gloria und Viktoria von Schönfels (stellvertretend für den DS-Kurs von Frau Ziegler)