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Die Stimme für Toleranz und eine freie offene Gesellschaft kann in unterschiedlichen Sprachen auftreten. Eine davon ist die Sprache der Musik, die der Rapper Ben Salomo, am Freitag, den 25.09., bei seiner Performance am Domgymnasium Fulda erklingen ließ.  

Bekannt wurde der in Berlin aufgewachsene Rapper und Buchautor vor allem mit der vom ihm veranstalteten Battle-Rap-Reihe „Rap am Mittwoch“, an der viele heutige Rap-Größen teilnahmen. Nach acht Jahren kehrte Ben Salomo dann der Rap-Szene aufgrund der dort akzeptierten gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit den Rücken. Damit beendete er aber nicht seine Arbeit gegen Rassismus und Ausgrenzung.

Dieses Engagement erlebte man bei seinem Auftritt in der Aula des Domgymnasiums. In Zusammenarbeit mit der Friedrich-Naumann-Stiftung bestritt Ben Salomo zwei anderthalbstündige Performanceauftritte vor Schülerinnen und Schülern der kompletten Jahrgangsstufen 10 und 12. Mit der Darstellung von Erfahrungen aus seinem Leben, der Musikbranche und direkten Fragen an sein Publikum stellte Ben Salomo sehr schnell den Kontakt zu den Jugendlichen her. Beeindruckend war dabei die Authentizität dieses Urgesteins der Rap-Szene, der von eigenen Erfahrungen und Verletzungen im Zusammenhang mit Antisemitismus erzählte. Jeder im Saal spürte sehr schnell: Da vorne steht keine Kunstfigur, sondern ein authentischer Mensch, der für ein Anliegen kämpft. In einem Appell forderte er seine Zuhörerschaft auf, sich aktiv gegen Lügen, Gerüchte und Verschwörungstheorien zu stellen, die ganze Gruppen pauschal entwerten. Nach einem begeistert gefeierten Rap-Auftritt und einer Fragerunde sammelten sich noch nach der Veranstaltung Schülergruppen um den Künstler, um weiter zu diskutieren.

Marcel Zirpins

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