Marius Kümmel und Emilia Mönnich glänzen im Bundesfinale
Herausragender Erfolg für Marius Kümmel (Q4) und Emilia Mönnich (Q2): Sie haben im Bundesfinale des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen jeweils einen ersten Preis in der Kategorie SOLO Plus erzielt. Damit sind die beiden – zusammen mit vier weiteren Wettbewerbsteilnehmern – „Deutschlands größte Sprachtalente“, wie dem Presseportal von Bildung & Begabung zu entnehmen ist.
Ein Spaziergang war die Teilnahme am Bundesfinale nicht, sondern eher ein Marathonlauf: Von Donnerstag, dem 19.03., bis Sonntag, dem 22.03., stellten sich die beiden in Bielefeld den vielfältigen Aufgabenformaten.
Die Qualifikationsrunde mit bundesweit insgesamt 470 Teilnehmern hatten Emilia und Marius bereits im Herbst vergangenen Jahres mit Bravour gemeistert. In ihrer ersten Wettbewerbsfremdsprache Altgriechisch hatten sie ein dreiminütiges Video über das „Wesen der Seele“ produziert und darüber hinaus einen Podcast zum Thema „languages connect everywhere“ aufgenommen. Mit ihren überzeugenden Arbeiten qualifizierten sich Emilia und Marius für das Bundesfinale, in dem die 57 besten Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Bielefeld zusammenkamen.
Voller Vorfreude und gespannt darauf, was sie erwarten würde, reisten Emilia und Marius am Donnerstag an. Nach einem kurzen Überblick über die darauffolgenden Tage folgte eine Kennlernrunde, in der erste Sprachrätsel gemeinsam gelöst werden sollten.
Am Freitag begann der Tag mit der vierstündigen „Reader-Aufgabe“ zum übergeordneten Thema „Kernidentität – Was macht uns als Menschen in einer digitalen Welt aus?“. In der Wettbewerbssprache Altgriechisch mussten dabei zunächst drei Texte von Aristoteles, Homer und Marc Aurel übersetzt und zusammengefasst werden. Diese sollten anschließend kommentiert werden, woran sich ein „Abstract“ der aufgestellten Thesen in der zweiten Wettbewerbsfremdsprache Englisch anschloss.
Nach der Mittagspause ging es dann auch schon mit der „Podcast-Aufgabe“ in der ersten Wettbewerbssprache weiter. Dafür musste ein altgriechischer Originaltext von Platon über die Macht der Rhetorik zunächst übersetzt und erschlossen werden, bevor der Inhalt, die stilistische Gestaltung und die Bedeutung des Textes für die Gegenwart in einem zweiminütigen Audiobeitrag darstellt werden sollte. Für diesen Prozess hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer lediglich eine Stunde Zeit.
Aber auch der Spaß und das Sightseeing kamen zwischen all den Aufgaben nicht zu kurz. So gab es beispielsweise am Freitagnachmittag eine Stadtführung durch die Bielefelder Innenstadt. Auf den Spuren von Nikolaus Dürkopp und Dr. Oetker konnte entgegen der weitverbreiteten Verschwörungstheorie durchaus auch die Existenz von Bielefeld bewiesen werden.
Der Samstag startete dann mit den „Einzelgesprächen“ in der ersten Wettbewerbsfremdsprache. Jeweils zwei Jurorinnen testeten nicht nur Emilias und Marius‘ Übersetzungskompetenz, sondern auch deren Fähigkeit, gewissermaßen in den Dialog mit den griechischen Texten zu treten und aktuelle Bezüge herzustellen.
Den Einzelgesprächen folgte das wohl außergewöhnlichste Aufgabenformat, der „Escape-Room“. In diesem waren mindestens drei Fremdsprachen vertreten, sodass beim Lösen dreier Rätsel ständig zwischen den verschiedenen Sprachen gewechselt werden musste.
Nach den vier Aufgaben ließen die Teilnehmer den Abend entspannt mit zwei Workshops ausklingen und warteten voller Neugierde auf die Ergebnisse, die am nächsten Morgen in der Kunsthalle Bielefeld verkündet wurden.
Nach Reden des Leiters des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen, Michael Remmy, des Kurators der Kunsthalle Bielefeld und der Juryvorsitzenden stieg die Spannung. Schließlich stand fest, dass sich alle Mühen gelohnt hatten: Sowohl Emilia als auch Marius wurde ein erster Preis verliehen. Somit gehören sie in diesem Jahr zu den sechs Bundessiegern und haben bewiesen, dass auch die „alten Fremdsprachen“ konkurrenzfähig sind.
Über ihre Erfahrungen während der Finalrunde berichten die beiden Folgendes:
Es war eine wahnsinnig spannende Erfahrung, auf so viele sprachtalentierte und vielseitig begabte Menschen zu treffen. Die Stimmung war von der ersten Minute an grandios und die Gespräche mit den anderen Teilnehmern hätten noch tagelang weitergehen können.
Aber auch die Aufgaben waren nicht minder aufregend. Vor allem die für den Schulunterricht sehr ungewöhnlichen Autoren und Aufgabenformate stellten eine echte Herausforderung dar. Umso schöner war es zu sehen, dass wir trotz dessen einen guten Zugang zu den Texten hatten und die griechische Sprache in noch vielfältigerer Art und Weise in all ihren Facetten erleben durften. Das hat uns mal wieder gezeigt, dass Altgriechisch alles andere als „tot“ ist.
Wir ermutigen daher alle anderen Schülerinnen und Schüler, mit ihren Lieblingssprachen am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilzunehmen und sich den sprachlich-kreativen Herausforderungen zu stellen.
Wir gratulieren Emilia und Marius zu ihrer ausgezeichneten Leistung, auf die sie sehr stolz sein können. Herzlichen Glückwunsch!
Dr. Barbara Wehner-Gutmann