Wechsel zweier Schüler zum Bundesligisten 1. FC Nürnberg (U17) bzw. in die Nachwuchsakademie von Mainz 05

Die gezielte Nachwuchsarbeit im Regionalen Talentzentrum (RTZ) Fußball trägt sichtbare Früchte. Mit Stine Brus und Franz Wiekiera zeigen zwei junge Sportler des Fuldaer Domgymnasiums herausragende Leistungen, die sowohl auf persönlichem Talent als auch auf der professionellen Struktur des Zentrums basieren.

Beeindruckende Entwicklung und herausragende Leistungen

Als Stine und Franz im Jahr 2021 zur Sichtung des Schulfußballzentrums (SFZ) Fulda für 4. Klässler antraten, stand das Konzept unter Lehrertrainer Johannes Vey gerade vor einem Neuanfang. Durch eine breite Einbindung von Vereinen und Grundschulen in der Region Osthessen wurde die Basis für eine gezielte Talentförderung gelegt, von der die damals Zehnjährigen maßgeblich profitieren sollten. Während Franz die Aufnahme in die Fördergruppe auf Anhieb gelang, entschied sich Stine intuitiv gegen Judo und für den Fußball – eine Wahl, die sich rückblickend als absolut richtig erwies.

Die Grundlage für ihre Entwicklung legte das wöchentliche Training am SFZ. Franz überzeugte dabei von Beginn an durch Einsatzwillen, technische Versiertheit und taktisches Verständnis. Stine hingegen bewies als einziges Mädchen in der Gruppe besonderes Durchhaltevermögen. Ihre Fähigkeit, sich Fertigkeiten abzuschauen und beharrlich an ihrer Umsetzung zu arbeiten, glich anfängliche technisch-koordinative Nachteile gegenüber den Jungen schnell aus. Dank ihrer guten schulischen Leistungen erhielten beide schließlich einen Platz in der Sportklasse des Domgymnasiums, einem Regionalen Talentzentrum (RTZ) in Hessen.

Das Talentzentrum wiederholt als Erfolgsgarant

Das Besondere an diesem Modell ist die Integration des Leistungssports in den Schulalltag. Zweimal wöchentlich findet das Training während der Unterrichtszeit statt, koordiniert von Lehrertrainern wie Herrn Vey und Herrn May, die sowohl die sportliche als auch die schulische Laufbahn im Blick behalten. Dass die duale Karriere gelingt, belegen die Leistungen von Stine und Franz eindrucksvoll: Trotz der hohen Belastung durch Vereinssport, Hessenauswahl- und Schultraining erzielen beide bis heute gute bis sehr gute Noten.

Dass die sportliche Leistungsentwicklung aber nicht nur vom schulischen Talentfördertraining, sondern auch vom Training auf Vereinsebene abhängt, sollte jedem klar und auch Grundvoraussetzung sein.

Franz spielt beim Wechsel von der Grundschule ans Domgymnasium bereits bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz und wird neben dem Talentfördertraining an der Schule auch im Verein schon auf einem sehr guten Niveau gefördert. Die SG Barockstadt erkennt im gleichen Jahr das Potential des Schulfußballzentrums unter dem neuen Koordinator und vereinbart eine Kooperation mit dem Regionalen Talentzentrum Fulda.

Stine spielt zu Beginn ihrer noch jungen fußballerischen Karriere bei der JSG Rippberg in der D-Jugend in einer Jungenmannschaft. Gemeinsam mit den Trainingseinheiten am SFZ hat damit auch Stine gute Entwicklungsmöglichkeiten, um ihr Talent zu stärken.

Beide starten also als Fußballer und Gymnasiasten ihre duale Karriere und werden dabei von Herrn Vey, Lehrer im Fach Sport und Politik und Wirtschaft und Herrn May, Sport- und Englischlehrer, von Tag 1 begleitet und unterstützt.

So vergehen die weiteren Jahre, in denen Franz konstant in der Schule, im Verein im älteren Jahrgang bis in der Hessenliga und auch im SFZ seine Leistungen bringt und sich stets weiterentwickelt.

Und auch Stine baut ihr Talent stetig aus und spielt auf Vereinsebene ab der D-Jugend nicht nur für den SV Buchonia Flieden, sondern auch ab der C-Jugend für die Mädchenmannschaft des TSV Pilgerzell. Beide Vereine schaffen es durch ihre ambitionierten Teams und Spielklassen Stines Talent bis in der Verbandsliga der Jungen und in der Hessenliga der Mädchen zu fördern.

Auch das RTZ optimiert die Förderung stetig durch den Einsatz weiterer qualifizierter Trainer wie DFB-Stützpunkttrainer Mathias Lissek und innovative Methoden wie das „Bio-Banding“. Gerade das Bio-Banding-Training am Dienstagnachmittag spiegelt die außergewöhnlichen Optionen dieses Landesprogramms wider. Denn in dieser Einheit wird nicht nach dem kalendarischen, sondern nach dem biologischen Alter in Kleingruppen trainiert. Die Vorteile dieser – basierend auf den biologisch ermittelten Daten gebildeten – Trainingsruppen liegen auf der Hand. Denn diejenigen, die körperlich weiterentwickelt sind, trainieren dann mit kalendarisch älteren Spielern und umgekehrt gilt das Gleiche, sodass alle Spielergruppen nahezu optimale Trainingsbedingungen vorfinden und entsprechend ihrer wirklichen körperlichen Entwicklungsstufen gefordert und gefördert werden.

Letztlich nutzen Stine und Franz alle Fördermaßnahmen und durchlaufen dazu noch die Fördermöglichkeiten des DFB-Stützpunkts, der Regionalauswahl Fulda und der Hessenauswahl, sodass sie im Jahr 2026 für ihren großen Aufwand belohnt werden. Stine wechselt zur kommenden Saison zum Bundesligisten 1. FC Nürnberg in die U17, während Franz in die Nachwuchsakademie von Mainz 05 aufgenommen wird, um dort in der U15-Regionalliga zu spielen. Ihr Weg zeigt beispielhaft, dass das Gesamtkonzept des Regionalen Talentzentrums aufgeht: Durch Fleiß, professionelle Strukturen und eine enge Verzahnung von Bildung und Sport wird der Grundstein für Karrieren gelegt, die vielleicht eines Tages in den großen Stadien des Landes enden.

Das Regionale Talentzentrum arbeitet aber nicht nur in der Sportart Fußball hart daran, die Förderstrukturen für sportlich talentierte Kinder ständig zu optimieren. Auch in den anderen Sportarten (u.a. Tischtennis, Schwimmen, Leichtathletik, Klettern, Judo und Kanusport) wird immer wieder am bestehenden Konzept gefeilt und dieses weiterentwickelt, sodass die jungen Sportler der Region Osthessen gute Fördermöglichkeiten hin zu einer professionellen Karriere vorfinden können.

Johannes Vey

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